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Projektgalerie
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Brückenanlage in Holzbauweise
Ort Wetzlar
Bauweise Schrägseilbrücke mit blockverleimter Fahrbahnplatte aus Brettschichtholz
Bauherr Stadt Wetzlar
Architekt Architekten Hermann Kaufmann ZT GmbH, Schwarzach (AT)
Ausführung 2010-2011
Leistungen bauart Komplettplanung (Leistungsphasen 1-8)
Auszeichnungen

Anerkennung Hessischer Holzbaupreis 2011

 

Beschreibung

Mit Blick auf den Hessentag 2012 und aufgrund erheblicher Schäden an der vormaligen Holz-Trogbrückenanlage erteilte die Stadt Wetzlar den Auftrag, über Lahn und Mühlgraben entsprechende, dauerhafte Brückenneubauten zu errichten. Neben der Verbindung der Hessentags-Veranstaltungsorte "Bodenfeld" und dem Park- und Festplatz "Bachweide" über Lahn und Mühlgraben hinweg, sind die Brücken auch Bindeglied zwischen dem Radfernweg 7 und der Wetzlarer Altstadt.

Bei der Hauptbrücke über die Lahn handelt es sich um eine abgespannte Schrägseilbrücke mit einer Gesamtlänge von ca. 73 m. Seile spannen im 45° Winkel zu einem 18 m hohen "A"-Pylon aus Stahlrundprofilen. Die Tragschicht der Brücke besteht aus 550 mm dickem blockverleimten Brettschichtholz, dessen Dauerhaftigkeit konstruktiv durch die seitlich auskragende Fahrbahnplatte sichergestellt wird. Diese besteht aus einer 51 mm dicken, kesseldruckimprägnierten Furnierschichtholzplatte. Der Fahrbahnbelag, bestehend aus zwei Lagen bituminöser Abdichtung sowie 60 mm Gussasphalt, schützt die darunter liegende Konstruktion.

Die Brücke über den Mühlgraben beschreibt im Grundriss einen Bogen. Sie spannt über 25 m und ist als reiner blockverleimter Brettschichtholzträger mit einer Dicke von 800 mm ausgeführt. Aufgrund der Spannweite und des geschwungenen Grundrisses war hier ein etwas größerer Querschnitt erforderlich als bei der Brücke über die Lahn. Tragschicht und Fahrbahnbelag entsprechen dem der Hauptbrücke. Konsequent ist auch hier das Holztragwerk baulich vor Regen und Feuchtigkeit geschützt, was eine lange Lebensdauer und niedrige Erhaltungskosten erwarten lässt.

Die in Schnitt, Ansicht und Grundriss gekrümmten Brücken-, Rampen- und Wegeprofile lassen die Bestandteile der Brückenanlage wie aus einem "Guss" erscheinen.

Die konsequent barrierefreie Ausführung der Brücken mit lichten Durchgangsbreiten von 2,50 m bis 3,00 m ermöglicht sowohl die Aufnahme von erhöhtem Fußgängeraufkommen als auch eine sichere Nutzung mit dem Rad.

Das zurückhaltende Beleuchtungskonzept wurde mit energiesparenden LED-Leuchtmitteln im Handlauf der Geländer realisiert. Einzig der Pylon wird linear von unten angestrahlt.

Fotograf: Klaus-Reiner Klebe